Aktuelle Forsa-Studie belegt hohes Protestpotenzial bei jungen Deutschen
Aufrüttelnde Zahlen zur Lage der Jugend: Laut einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der DGB Jugend fühlen sich 74 Prozent der jungen Deutschen zwischen 16 und 32 von Politik und Parteien nicht ausreichend vertreten. Und obwohl die materiellen Krisenfolgen sich noch relativ in Grenzen halten, sind 60 Prozent der Jungen bereit, „für ihre Interessen auf die Straße zu gehen“.
Erwartet Deutschland in der Krise eine neue Protestbewegung? Die neuesten Zahlen zur Lage der Jugend geben dafür Anhaltspunkte: Nur wenige Tage nach den Landtagswahlen im Saarland, Sachsen und Thüringen, bei denen die Wahlbeteiligung insbesondere bei Erst- und Jungwählern neue Tiefstände erreicht hat, fördert die Forsa-Umfrage interessante Ergebnisse zu Tage. Abgefragt wurden die Zufriedenheit mit der persönlichen wirtschaftlichen Situation, das Vertrauen in Politik und Parteien und die vorhandene Protestbereitschaft.
Die repräsentative Befragung von 590 jungen Deutschen im Alter von 16 bis 32 Jahren zeigt: Die junge Generation fühlt sich von der Politik nicht ernst genommen, resigniert aber auch nicht darüber. „Die Jugend will sich einmischen und für ihre Interessen auf die Straße gehen. Sie ist politisch in Bewegung gekommen“, kommentiert Bundesjugendsekretär René Rudolf die Ergebnisse. Für die DGB Jugend kein überraschendes Ergebnis: „Wir erleben schon seit dem Frühjahr eine sehr aufgewühlte Stimmungslage, vor allem in den Betrieben der Metallindustrie.“ Es sei lediglich eine Frage der Zeit, „bis sich der Druck auf der Straße entlädt“, sagte Rudolf und verwies in diesem Zusammenhang auf den bundesweiten Bildungsstreik im Juni, der mehr als eine Viertelmillion Schüler und Studierende auf die Straße trieb.
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